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EWE NETZ baut neue Gaspipeline: Mehr Druckstabilität für Gasnetz

Seit Anfang Juni baut EWE NETZ eine Erdgastransportleitung von Huntorf nach Neusüdende, nahe Rastede. Die rund 17 Kilometer lange Leitung verbindet den Erdgasspeicher mit dem Hochdruckring rund um Oldenburg. Sie hat einen Durchmesser von 60 Zentimetern und erhöht die Druckstabilität im Netz, weil nun mehr Gas in Spitzenlastzeiten im Netz transportiert werden kann.

Zielpunkt in Fuchsberg

 Von Huntorf und von Neusüdende starteten jeweils die Bauarbeiten. Im September treffen sich beide Leitungsenden in Fuchsberg, Gemeinde Elsfleth. Hier werden sie verschweißt und die Leitung Anfang Oktober in Betrieb genommen.

EWE NETZ investiert rund 16 Millionen Euro in die Leitung. Die regionalen Unternehmen Ludwig Freytag, Oldenburg, Firma Vorwerk, Tostedt, Firma nacap, Meppen, und Bohlen & Doyen, Wiesmoor, erhielten die Aufträge zur Bauausführung. Sie sind mit solchen Arbeiten vertraut.

Horizontalbohrungen schützen Landschaft

Der Trassenbau ist für EWE NETZ eine besondere Herausforderung. Auf ihrem Weg von Huntorf nach Neusüdende verläuft die Erdgastrasse durch Geest- und Moorgebiet, kreuzt zahlreiche Gräben, Straßen, Schienen, Dämme und schutzbedürftige Naturräume. Eine offene Bauweise der Erdgastrasse in allen Bereichen des Moor hätte diesem großen Schaden zugefügt. Im Moor wird bei der offenen Verlegung die feste Packung des schwach zersetzten Torfes gelockert und die Schichten werden unterbrochen. Eintretendes Oberflächenwasser kann Mineralien in den Moorboden einbringen, die naturbelassen nur schwach mineralisiert sind. Deshalb wählt EWE NETZ in besonders schützenswerten Abschnitten, bzw. in den sehr starken Moorschichten die Horizontalbohrung zur Verlegung der Erdgastrasse ohne offene Gräben, da ansonsten sehr tiefe Gräben oder aufwendige Konstruktionen zum Halten der Leitung erforderlich gewesen wären.

Im Ipweger Moor wird die Gasleitung in einer Tiefe von bis zu drei Metern in die unter dem Moor liegende Sandschicht eingebracht und zum Teil mit Betongewichten gegen das Aufschwimmen gesichert. Insgesamt sind im Trassenverlauf fünf Horizontalbohrungen mit Längen zwischen mehr als 680 und gut 1200 Metern erforderlich.

Hohe Brutvogeldichte im Trassenverlauf

 Gerade im Geest- und Moorgebiet zwischen Huntorf und Oldenburg leben viele, zum Teil seltene Vogelarten. EWE NETZ plante die Bauzeit so, dass die Vögel nicht während der Brutzeit durch die Bauarbeiten beeinträchtigt werden. Auch die Planung der Arbeiten selbst, mit den auf ein Minimum reduzierten Graben- und Arbeitsstreifenbreiten für die Rohrleitung reduzieren die Eingriffe in die Landschaft auf das Allernötigste. „EWE NETZ hat sich große Mühe gegeben, den Belangen des Artenschutzes Rechnung zu tragen, durch die Wahl der Trassenführung und die Schonung von Umweltmedien", bestätigt der Biologe Volker Moritz. Bei seinen Untersuchungen im Vorfeld der Bauarbeiten ermittelte der Gutachter u. a. Vorkommen der Bekassine, einer Schnepfenart, deren Bestände in Niedersachsen vom Erlöschen bedroht sind. Bekassinen bewohnen Wiesen und Weiden und werden im Volksmund Himmelsziege genannt. Auf den Moorgrünländern bei Huntorf lebt auch das seltene Braunkehlchen. In diesem Gebiet anzutreffen sind in unterschiedlich großen Populationen typische Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel, Rotschenkel, Kiebitz und Feldlerche.

Archäologische Funde an der Trasse

Bevor die Bauarbeiten an der Trasse beginnen konnten, waren archäologische Untersuchungen und Ausgrabungen erforderlich. Diese führte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bereits im Mai und Juni aus. Über die Ergebnisse berichtet Dark Winters, Archäologe, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Oldenburg: mehr

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