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03.05.2018

Malteser und EWE Netz kooperieren

Im Rahmen der Erdgasumstellung fanden die Partner eine Lösung für zum Beispiel schwerkranke Gasverbraucher – falls EWE Netz deren Gasheizung sperren muss.
Oldenburg/Köln, Mai 2018. Seit Anfang des Jahres setzt die EWE Netz GmbH ein Mammutprojekt um: Mehrere hunderttausend Erdgasgeräte muss das Unternehmen in der Ems-Weser-Elbe-Region auf alternatives H-Gas umstellen. Falls man in dem Zuge eine Heizung bei zum Beispiel chronisch kranken Menschen sperren muss, unterstützen ab jetzt Malteser-Fachkräfte diese Verbraucher sofort und kostenfrei.

Jedes Jahr leistet EWE Netz ab jetzt rund 195.000 Kundenbesuche für die Erdgasumstellung. Klar, dass da nicht nur gesunde, junge und glückliche Menschen ihre Türen öffnen. Routinemäßig kontrollieren die Niedersachsen während ihrer Besuche alle Erdgasgeräte auch auf ihre Funktionsfähigkeit, strenge Richtlinien verlangen dieses. „Durchschnittlich zwei Prozent der Geräte müssen wir leider vorübergehend sperren“, so Kai Janßen, Gruppenleiter für die Erdgasumstellung bei der EWE Netz GmbH. „In der Regel sind zu hohe Kohlenmonoxidwerte die Ursache für das Sperren. Und meistens ist das auf eine fehlende Wartung der Geräte zurückzuführen“, so Kai Janßen weiter.

Was ist, wenn wir Kranke sperren müssen?

Eine Sorge trieb EWE Netz um: „Was geschieht, wenn wir beispielsweise bei einer erkrankten, älteren Dame die Heizung sperren müssen – und das womöglich im Winter? Eventuell ist diese Dame aktuell gar nicht in der Lage, sich kurzfristig um einen Heizungsnotdienst zu kümmern. Was ist, wenn es eine Familie trifft, die ihr schwerkrankes Kind aufopfernd zu Hause pflegt?“ Ein weiteres Beispiel aus dem Alltag der Gasmonteure: Senioren pflegen ihre langjährigen Partner aus Liebe häufig weit über die eigenen Belastungsgrenzen hinaus, z. B. wenn ein Partner an Demenz erkrankt ist. „Diese Menschen leben in einer Extremsituation, da vergisst man schon einmal, die eigene Heizung warten zu lassen.“ Janßen zeigt Befürchtungen auf, die man bei EWE Netz hatte.

Das Dilemma der Gasmonteure


EWE Netz war in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite schützt man die Betroffenen vor einer potenziellen Kohlenmonoxidvergiftung. Ab einem bestimmten Wert ist ein Netzbetreiber verpflichtet, die Heizung sofort zu sperren. Denn dieses gefährliche Gas ist farblos, geruchlos, geschmacklos und nicht reizend. Es kann von Anwohnern nicht wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite sind mit einer Sperrung sofort alle Heizungen im Haus kalt. Mehr noch: Schnell ist auch das warme Wasser weg. Das Abschalten der Heizung kann dann der berühmte Tropfen sein, der das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringt. Die Betroffenen könnten in dem Moment mit der zusätzlichen Situation überfordert sein.

Malteser unterstützen


Mit der gefundenen Lösung kann ein Gasmonteur jetzt bei den Maltesern telefonisch eine sofortige Unterstützung anfordern – noch während er vor Ort beim Kunden ist. Roland Brüggemann, Leiter des Malteser Service Centers Köln, informiert über den genauen Ablauf: „Im Fall der Fälle können sich unsere speziell geschulten Malteser-Mitarbeiter telefonisch einschalten und sich um den Betroffenen Kunden kümmern. Wir unterstützen bei der Suche eines lokalen Installateurs, der die Heizung möglichst schnell repariert oder wartet.“ Bei Bedarf kontaktieren die Malteser aber auch die örtliche Sozialstation oder den Pflegedienst des Kunden. Man nimmt zu Verwandten, Vermietern und Hausverwaltung Kontakt auf. Oder – falls notwendig – organisieren die Malteser ein Hotelzimmer und sogar einen Kurzzeit-Pflegeplatz.

Das Unterstützen durch die Malteser ist für alle Verbraucher kostenfrei – unabhängig davon, bei welchem Energieunternehmen sie letztlich ihre Rechnungen begleichen. Nur darüber hinaus in Anspruch genommene Leistungen sind vom Kunden selbst zu bezahlen, z. B. ein Hotelzimmer. „Natürlich wünschen wir uns, dass wir die Malteser gar nicht brauchen werden. Aber wir freuen uns, dass uns diese Option jetzt bei besonderen Härtefällen zur Verfügung steht“, so Kai Janßen zum Abschluss des Gesprächs.