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21.01.2020

Großprojekt ist im Zeitplan

Zwei Jahre Erdgasumstellung auf H-Gas

Es ist eines der größten Infrastrukturprojekte in der Geschichte Niedersachsens – es betrifft hunderttausende Verbraucher, Unternehmen und Behörden: Sie alle müssen aktuell umgestellt werden, weg vom niederländischen L-Erdgas und hin zum H-Erdgas, das aus Norwegen, Russland und Großbritannien stammt. Denn die Niederlande haben mitgeteilt, dass sie schon in wenigen Jahren ihr L-Erdgas nicht mehr liefern können. Damit ändert sich aber nicht einfach nur die Herkunft des Erdgases, künftig wird eine andere Gasart durch die norddeutschen Rohre fließen.

Auf diese Veränderung bereitet die EWE Netz GmbH den Nordwesten seit zwei Jahren mit Hochdruck vor. Rund 700.000 Erdgasgeräte müssen die Oldenburger insgesamt umrüsten, das Unternehmen rechnet mit Kosten von rund 300 Millionen Euro. „Wir sind im Projekt voll im Zeitplan und konnten bislang rund 50.000 Geräte erfolgreich umrüsten, diesen Verbrauchern ist damit ein warmes Zuhause und warmes Wasser für die Zukunft sicher“, erklärt Kai Janßen den Status des Projekts. Janßen ist bei EWE Netz Gruppenleiter für das Großprojekt. Zusätzliche rund 60.000 Gasgeräte kann das Unternehmen bereits in den nächsten Monaten mit H-Gas versorgen.

Uralt-Geräte haben Probleme

Eine große Herausforderung ist die Vielzahl an unterschiedlichen Gasgeräten, die Verbraucher auch in Niedersachsen einsetzen: Es gibt über 24.000 verschiedene Varianten, Modelle und Typen. „Dennoch schaffen wir es bislang, über 98 Prozent aller Erdgasgeräte an die alternative Gasart anzupassen. Dazu gehören in der Regel sogar Geräte, die bis zu 25 Jahre alt sind, die meisten Verbraucher müssen sich also keine Sorgen machen“, so Kai Janßen weiter. Im Laufe des Projekts hat sich bei EWE Netz aber auch gezeigt, dass sich extrem alte Gasgeräte häufig nicht mehr anpassen lassen. „Davon sind sehr häufig Geräte betroffen, die älter sind als 25 Jahre. Meistens gibt es die Hersteller dieser Uralt-Geräte heute nicht mehr, dann kann uns dieser leider auch kein Material mehr für das notwendige Umrüsten liefern“, erklärt Kai Janßen.

Bis nach Ostfriesland und Emsland

Aktuell ist EWE Netz in der Weser-Elbe-Region, in der Wesermarsch sowie im Landkreis Oldenburg aktiv. „Schrittweise arbeiten wir uns in den nächsten Jahren weiter in Richtung niederländischer Grenze vor, also zur alten Gasquelle, dahinter schalten wir eine Region nach der anderen auf das alternative H-Erdgas um“, so Janßen weiter. Im Jahr 2027 wollen die Oldenburger in Ostfriesland und Emsland das Mammutprojekt abschließen.
Weitere Informationen auf:
www.ewe-netz.de/erdgasumstellung