Messkonzepte

Messkonzepte

Hier finden Sie eine Übersicht der Standard-Messkonzepte der EWE NETZ mit Informationen zu möglichen Anwendungsszenarien, weiteren Hinweisen sowie den Abrechnungsformeln in vereinfachter Form ohne Berücksichtigung möglicher Trafoverlustfaktoren. 
Wählen Sie Ihr Messkonzept

Der Anschluss dezentraler Erzeugungsanlagen an das Verteilnetz eines Netzbetreibers erfordert komplexe Messkonzepte, um die verschiedenen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Beispielsweise sind die Förderung der eingespeisten bzw. erzeugten Energiemengen auf der Basis der komplexen Vergütungsregeln des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bzw. des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) zu berücksichtigen.

Diese Messkonzepte sind grundsätzlich für Erzeugungsanlagen vorgesehen, die nach dem 25. Juli 2017 neu errichtet oder erweitert werden. Eine Anlagenerweiterung bzw. ein Wechsel des Messkonzeptes ist unter Umständen mit Änderungen der Messeinrichtungen verbunden und rechtzeitig mit dem Netzbetreiber abzustimmen. Da das EEG/KWKG keine expliziten Vorgaben für Messkonzepte macht, kann keine Gewähr für deren Richtigkeit übernommen werden.

Rahmenbedingungen

Aufgrund der gesetzlichen Grundlagen aus EEG, KWK-G usw. ergeben sich für den Einsatz der Standard-Messkonzepte Rahmenbedingungen für die Auswahl und Umsetzung. Hierzu zählt die Notwendigkeit eines Erzeugungszählers für Erzeugungsanlagen, wenn:

  • Erzeugungsanlagen größer als 10 kW mit einem Eigenverbrauch innerhalb der Kundenanlage größer 10.000 kWh/a in Überschusseinspeisung betrieben werden und damit EEG-umlagepflichtig sind:
  • falls Anlagenbetreiber und Letztverbraucher nicht personenidentisch sind, ist bei Erzeugungsanlagen in Überschusseinspeisung unabhängig von der installierten Leistung grundsätzlich ein Erzeugungszähler notwendig, weil die volle EEG-Umlage abgeführt werden muss (Drittbelieferung),
  • Bestandsanlagen mit einer Inbetriebnahme vor dem 01.08.2014 unterliegen unter den oben genannten Voraussetzungen ebenfalls der EEG-Umlagepflicht, sofern die Betriebsweise nach dem 01.08.2014 in Überschusseinspeisung geändert wird,
    • KWK-Erzeugungsanlagen größer 1 kW mit einem Eigenverbrauch innerhalb der Kundenanlage größer 10.000 kWh/a in Überschusseinspeisung betrieben werden und damit der EEG-Umlagepflicht unterliegen,
    • PV-Anlagen mit einer Inbetriebnahme zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.12.2011 eine Vergütung für den Eigenverbrauch erhalten,
    • PV-Anlagen größer 10 kW mit einer Inbetriebnahme zwischen dem 01.04.2012 und dem 31.07.2014 unter das Marktintegrationsmodell fallen.

 

EWE NETZ hat die Festlegung getroffen, dass bei PV-Anlagen in Überschusseinspeisung mit höchstens 10 kW installierter Leistung und Eigenversorgung (§ 61 EEG 2017) grundsätzlich kein Erzeugungszähler notwendig ist. Auf Kundenanfrage besteht jederzeit die Möglichkeit, einen optionalen Erzeugungszähler zu installieren.

Werden PV-Anlagen mit einer Inbetriebnahme zwischen 01.04.2012 und 31.07.2014 (Marktintegrationsmodell) zusammen mit anderen Erzeugungsanlagen in Überschusseinspeisung betrieben, die nicht unter das Marktintegrationsmodell fallen, muss ein kaskadierter Aufbau mit einem Abgrenzungszähler erfolgen (siehe Messkonzept Kaskadenschaltung).

Bei Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung über 7 kW und bei Letztverbrauchern mit einem Jahresenergiebedarf größer als 6.000 kWh sind intelligente Messsysteme zu installieren, sobald diese am Markt verfügbar sind. Für den Einsatz intelligenter Messsysteme wird u.U. eine Neubewertung der Messkonzepte erfolgen. Unterhalb der Pflichteinbaugrenzen sind i.d.R. moderne Messeinrichtungen zu installieren. Deren Anordnung erfolgt typisch wie bei konventioneller Messtechnik.

Bezüglich der anzuwendenden Messwerterhebung gelten folgende Vorgaben:

   konventionelle Messeinrichtung (kME)
 moderne Messeinrichtung (mME)
intelligentes Messsystem (iMS)
 Ausspeisung ≤ 10.000 kWh/a  Zählerstand  Zählerstand  Zählerstand
 Ausspeisung > 10.000 kWh/a  Zählerstand  Zählerstand  Zählerstandsgang
 Ausspeisung ≤ 100.000 kWh/a  Zählerstand  Zählerstand  Zählerstandsgang
 Ausspeisung > 100.000 kWh/a  Lastgang  -  Zählerstandsgang
 Mittelspannungsanschluss  Lastgang  -  Zählerstandsgang

Messkonzepte

Legende

Alle Messkonzepte werden vereinfacht mit einem einpoligen Schaltbild auf der Niederspannungsebene dargestellt. Bei der Anwendung der Messkonzepte auf der Mittelspannung müssen unter Umständen Trafoverluste als pauschale Verlustfaktoren berücksichtigt werden. Anhand der hier schematisch dargestellten Messkonzepte wird noch keine Aussage über die mögliche Anschlussnetzebene getroffen.

Legende Messkonzepte

MK Eigenverbrauch

Messkonzepte Eigenverbrauch

MK Eigenverbrauch mit mehreren Erzeugungsanlagen

Messkonzept Eigenverbrauch mit mehreren Erzeugungsanlagen

MK kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe

Messkonzept kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe

MK kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe mit mehreren Erzeugungsanlagen

Messkonzept kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe mit mehreren Erzeugungsanlagen

MK Eigenverbrauch und kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe

Messkonzept Eigenverbrauch und kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe

MK Kaskadenschaltung

Messkonzept Kaskadenschaltung

MK Vollausspeisung und Eigenverbrauch

Messkonzept Vollausspeisung und Eigenverbrauch

MK Hinterschaltung und Eigenverbrauch

Messkonzept Hinterschaltung und Eigenverbrauch

MK Hinterschaltung und kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe

Messkonzept Hinterschaltung und kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe