Was ist eine Steuerbox?

Eine Steuerbox ist eine elektronische Hardware, die über das Smart-Meter-Gateway Steuersignale von EWE NETZ oder einem anderen berechtigten Marktpartner empfängt und an angeschlossene Anlagen wie Wallboxen, Wärmepumpen, Batteriespeicher oder Erzeugungsanlagen weitergibt. So kann die jeweilige Anlage bei Ausnahmefällen einer Netzüberlastung gedimmt werden.

Durch die Steuerbox kann Ihre Anlage sicher und gesetzeskonform ins Stromnetz eingebunden werden und Sie können von reduzierten Netzentgelten profitieren.

Wer bekommt eine Steuerbox?

Eine Steuerbox ist vorgesehen, wenn mindestens eine der Kriterien zutrifft:

  • Besitzer von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG mit mehr als 4,2 kW: zum Beispiel Wallboxen, Wärmepumpen oder Batteriespeicher
  • Besitzer von Erzeugungsanlagen: zum Beispiel PV-Anlagen mit mehr als 7 kW installierter Leistung oder Anlagen, für die eine Steuerbarkeit nach § 9 EEG vorgesehen ist.

Wie funktioniert eine Steuerbox?

Bei drohender Netzüberlastung reduziert die Steuerbox vorübergehend die Leistung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen und Erzeugungsanlagen. Handelt es sich dabei um eine steuerbare Anlage bleibt Ihnen weiterhin eine Mindestleistung von 4,2 kW garantiert, sodass z. B. Ihr E-Auto weiter geladen oder Ihre Wärmepumpe weiter heizen kann.

Wichtig: Die Steuerbox steuert nicht den Haushalt.

Infos zum Einbau einer Steuerbox

Ihr Part:
Damit die Steuerbox eingebaut werden kann, muss Ihre Kundenanlage technisch vorbereitet sein. Je nach Aufbau ist dafür eine Steuerleitung oder eine passende Datenverbindung erforderlich. Die Vorbereitung erfolgt in der Regel durch einen Elektroinstallateur und liegt in Ihrem Verantwortungsbereich. Die entstehenden Kosten tragen Sie selbst. Wichtig: Das Gesetz schreibt vor, dass bestimmte Anlagen steuerbar sein müssen. Fehlt die notwendige Verbindung riskieren Sie leider empfindliche Sanktionen oder Bußgelder.

Unser Part:
Unser Servicepartner stimmt mit Ihnen einen Termin für den Einbau der Steuerbox ab. Nach der Installation führen wir einen Funktionstest durch. Bei Einspeiseanlagen erfolgt zusätzlich künftig einmal jährlich ein Steuerbarkeitscheck aus der Ferne. Die Installation der Steuerbox übernehmen wir.

Aufhebung der 60-Prozent-Regelung

Für neue PV-Anlagen mit einer Modulleistung bis 100 kWp, die ab dem 25. Februar 2025 in Betrieb genommen wurde, gilt zunächst eine Begrenzung der Einspeisung auf 60 Prozent. Sobald Ihr Anlage mit einem intelligenten Messsystem und einer Steuerbox ausgestattet ist und die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann diese Begrenzung aufgehoben werden.

Allgemeine Infos zur 60-Prozent-Regelung finden Sie auf unserer Seite zur Änderung der Wirkleistungsbegrenzung.

Anmeldepflichtige Geräte

Damit wir unsere Stromnetze weiterhin effizient betreiben und planen können, ist die Transparenz über Strombedarf und Lastschwerpunkte für uns von großer Bedeutung. Um den Überblick zu behalten, müssen bestimmte Geräte bei uns als Netzbetreiber angemeldet werden. Unterschieden wird hier in anmeldepflichtige sowie genehmigungspflichtige Geräte.
Infos zu anmeldepflichtigen Geräten

Steuerbarkeitscheck

Ziel des Steuerbarkeitschecks ist es, zu prüfen, ob Erzeugungs- und Speicheranlagen technisch so ausgestattet sind, dass diese netzorientiert gesteuert werden können.

Infos zum Steuerbarkeitscheck

Häufige Fragen

Was ist eine Steuerbox?

Eine Steuerbox ist eine elektronische Komponente am Zähler, die Steuersignale über das Smart-Meter-Gateway empfängt und an angeschlossene Anlagen weitergibt. Sie ergänzt das intelligente Messsystem und schafft die technische Voraussetzung für bestimmte Steuerungsanwendungen.

Wer bekommt eine Steuerbox?

Eine Steuerbox ist vor allem für Kunden relevant, die eine neue steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG mit mehr als 4,2 kW betreiben, zum Beispiel eine Wallbox, Wärmepumpe oder einen Batteriespeicher. Auch bei Erzeugungsanlagen kann eine Steuerbox erforderlich sein, insbesondere bei Anlagen mit mehr als 7 kW installierter Leistung.

Wie funktioniert eine Steuerbox?

Die Steuerbox empfängt ein Signal über das Smart-Meter-Gateway und gibt dieses an die angeschlossene Anlage oder an ein Energiemanagementsystem weiter. So kann die Leistung einer Anlage bei Bedarf vorübergehend angepasst werden.

Welche Vorteile bietet eine Steuerbox?

Die Steuerbox schafft die technische Voraussetzung dafür, dass Ihre Anlage sicher, gesetzeskonform und zukunftsfähig in das Stromnetz eingebunden werden kann. Bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen kann sie außerdem die Grundlage für reduzierte Netzentgelte sein.

Wo wird die Steuerbox eingebaut?

Die Steuerbox wird am Zählerplatz im Raum für Zusatzanwendungen eingebaut. Von dort aus wird die angeschlossene Anlage angesteuert.

Wer baut die Steuerbox ein?

Wenn EWE NETZ Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber ist, wird die Steuerbox durch EWE NETZ am Zählerplatz eingebaut.

Was muss ich für den Einbau vorbereiten?

Damit die Steuerbox eingebaut werden kann, muss die Verbindung zwischen Zählerplatz und Anlage vorbereitet sein. Je nach technischer Lösung ist dafür eine Steuerleitung oder eine Datenverbindung erforderlich.

Was ist eine Steuerleitung?

Die Steuerleitung verbindet die Steuerbox am Zählerplatz mit Ihrer Anlage oder mit einem Energiemanagementsystem. Über sie werden die Steuersignale in der Kundenanlage weitergegeben.

Was ist ein Smart-Meter-Gateway?

Das Smart-Meter-Gateway ist das Kommunikationsmodul des intelligenten Messsystems. Es sorgt dafür, dass Messdaten und Steuersignale sicher übertragen werden können.

Wird für die Steuerbox ein intelligentes Messsystem benötigt?

Ja. Die Steuerbox baut technisch auf dem intelligenten Messsystem auf. Wenn noch kein intelligentes Messsystem vorhanden ist, wird es im Zuge der Umsetzung mit eingebaut.

Was ist der Unterschied zwischen Steuerbox und einem Energiemanagementsystem?

Die Steuerbox übermittelt Steuersignale an die Anlage. Ein Energiemanagementsystem verteilt und steuert die Energieflüsse innerhalb der Kundenanlage.

Welche Anlagen können über eine Steuerbox gesteuert werden?

Typische Beispiele sind Wallboxen, Wärmepumpen, Klimageräte und Batteriespeicher. Auch bei Erzeugungsanlagen wie PV-Anlagen kann eine Steuerbox erforderlich sein.

Ist mein Haushaltsstrom von der Steuerung betroffen?

Nein. Die Steuerung betrifft nur die jeweils angebundene Anlage. Ihr regulärer Haushaltsstrom bleibt davon unberührt.

Wie oft kommt es zu einer Steuerung?

Steuerungen sind als Ausnahmefälle gedacht. Sie erfolgen nur, wenn eine lokale Netzüberlastung droht oder abgewendet werden muss.

Kann ich von reduzierten Netzentgelten profitieren?

Bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG ja. EWE NETZ gewährt dafür reduzierte Netzentgelte, wenn die netzdienliche Steuerung vereinbart ist.

Warum kann auch für eine PV-Anlage eine Steuerbox erforderlich sein

Auch Erzeugungsanlagen müssen in bestimmten Fällen technisch steuerbar sein. Bei PV-Anlagen kann die Steuerbox dafür sorgen, dass Vorgaben zur Steuerung der Einspeisung umgesetzt werden können.

Wie kann meine Anlage an die Steuerbox angebunden werden?

Je nach technischer Ausführung kann die Anbindung direkt an die Anlage, über ein Energiemanagementsystem oder über unterschiedliche Schnittstellen erfolgen. Technisch ist die Anbindung bei EWE NETZ über Relais oder digital über EEBUS möglich.

Was ist der Steuerbarkeitscheck?

Bei Erzeugungs- und Speicheranlagen prüft EWE NETZ künftig erstmalig und dann in der Regel einmal jährlich aus der Ferne, ob die Anlage ordnungsgemäß auf Steuerbefehle reagiert. Wird die Anlage dabei nicht korrekt angesteuert und liegt die Ursache in der Anlage, kann dies als Pflichtverstoß gewertet werden und rechtliche Konsequenzen haben.

Was ist der Unterschied zwischen Relais und EEBUS?

Relais ist eine analoge Steuerung über eine klassische Steuerleitung. EEBUS ist eine digitale Datenverbindung zwischen Steuerbox und Anlage. Welche Variante genutzt wird, hängt von den technischen Möglichkeiten Ihrer Anlage ab. Unterstützt Ihre Anlage beides, ist bei EWE NETZ die EEBUS-Datenverbindung zu bevorzugen.